Adresse des Gedenkortes
Kindergarten Sidonie
Mühlauweg 41
4523 Sierning-Letten
Österreich
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Sierning, Mühlauweg

In Gedenken an Sidonie Adlersburg wurde ein Kindergarten nach ihr benannt und ein Denkmal aufgestellt.

Einweihung

23.09.2000


Inschrift

"Dieser Kindergarten der Marktgemeinde Sierning entstand im Gedenken an das Roma-Mädchen Sidonie Adlersburg.

Sidonie verbrachte ihre ersten zehn Lebensjahre in Letten bei der Familie Josefa und Hans Breirather, die sich liebevoll ihrer angenommen hatten. 1943 wurde Sidonie im Konzentrationslager Auschwitz ermordet.

Mit ihr ehren wir alle Opfer des nationalistischen Rassenwahns.

Das Sidonie-Denkmal wurde vom Bildhauer Gerald Brandstötter geschaffen. Der Sockel weist auf die Ohnmacht des Krieges und die Hoffnung auf Frieden hin. Darüber gibt die Mutter als Repräsentantin der Erwachsenenwelt dem Kind ihren Schutz. In deren Geborgenheit hält das Kind in seinen Händen die Kugel - als Symbol des Keimes für die kommenden Generationen."


Initiator(en)

Manfred Breirather (KPÖ-Funktionär und Ziehbruder von Sidonie), Gemeinderat Sierning-Letten


Künstler

Gerald Brandstötter

geb.: April 1959
gest.: Juli 2004

Steyrer Bildhauer


Beschreibung

Nicht nur der Kindergarten in Letten wurde nach Sidonie Adlersburg benannt, sondern auch ein Denkmal wurde ihr zu Ehren davor aufgestellt. Die Plastik aus Granit stellt eine schützende Mutter dar und ist eine bleibende Erinnerung an den erschütternden "Fall" des Roma-Mädchens.


Hintergrund

Sidonie wurde am 18. August 1933 beim Portal des Krankenhauses Steyr als Kleinkind aufgefunden. Auf einem Stück Papier, welches sie bei sich trug, stand nichts weiter als: "Ich heiße Sidonie Adlersburg und bin geboren auf der Straße nach Altheim. Bitte um Eltern." Ende 1933 wurde sie dann an Josefa und Hans Breirather (er war 1945 KPÖ-Bürgermeister und später KPÖ-Gemeinderat in Sierning) zur Pflege übergeben und von diesen gleichwertig mit ihrem Sohn Manfred aufgezogen. Am 10. März 1943 wurde Sidonie auf Betreiben des Jugendamtes den verzweifelten Eltern mit dem fadenscheinigen Vorwand sie der leiblichen Mutter zuzuführen entrissen und entsprechend dem "Zigeunererlass" in das Vernichtungslager Auschwitz deportiert, wo sie noch im selben Jahr ermordet wurde.