Adresse des Gedenkortes
Rathaus Altbau
Platz der Deutschen Einheit 1
38100 Braunschweig
Bundesrepublik Deutschland
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Braunschweig, Platz der Deutschen Einheit

Ein "Raum des Erinnerns und Gedenkens" an die von den Nazis getöteten Sinti und Roma ist im Braunschweiger Rathaus geschaffen worden.

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Einweihung

17.10.2002


Inschrift

Liste von 124 Opfernamen von Sinti und Roma


Initiator(en)

Verband Deutscher Sinti und Roma – Landesverband Niedersachsen, Stadt Braunschweig


Künstler

Ohannes Tapyuli


Beschreibung

Im Foyer des Braunschweiger Rathauses befindet sich ein symbolischer Raum des Erinnerns und Gedenkens, der den Braunschweiger Sinti und Roma gewidmet ist.
Die Gedenkstätte dokumentiert die Opfernamen von 124 Sinti und Roma auf 24 Feldern. Durch die Nennung der Namen sollen die Opfer aus der Anonymität enthoben werden.


Entstehung

Die Einweihung, am oben genannten Tag, soll an den 17. Oktober 1939 erinnern, an dem Heinrich Himmler mit dem so genannten "Festschreibungserlass" den Sinti und Roma das Recht nahm, ihre Wohnorte zu verlassen.


Hintergrund

Die Verfolgung und Ermordung der Sinti und Roma wurde vom nationalsozialistischen Regime systematisch betrieben. Die Basis der Vernichtungspolitik bildete ein biologisches Rassedenken, für das insbesondere die 1936 gegründete "Rassenhygienische Forschungsstelle" des Neurologen und Psychiaters Robert Ritter die Argumente lieferte. Seit 1934 wurden nach dem "Gesetz zur Verhütung erbkranken Nachwuchses" Sterilisationen an Sinti und Roma vorgenommen. Mit den Nürnberger Gesetzen von 1935 wurden die "Zigeuner" zur "außereuropäischen Fremdrasse" erklärt. Die daraus resultierende Diskriminierung und Ausgrenzung, die vollständige Erfassung und die seit 1939 erfolgte "Festsetzung" der Sinti in sogenannten Sammellagern waren Schritte auf dem Weg zur Vernichtung dieser Menschen. Auch in Braunschweig-Veltenhof wurden Sinti in einem solchen Lager ghettoisiert. Im März 1943 wurden sie von dort zum Braunschweiger Bahnhof gebracht und in das Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau deportiert. Nur wenige überlebten.