Adresse des Gedenkortes
Marzahner Parkfriedhof
Wiesenburger Weg
12681 Berlin-Mahrzahn
Bundesrepublik Deutschland
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Berlin, Wiesenburger Weg

Ein Gedenkstein, zwei Gedenktafeln und ein Hinweisschild erinnern auf dem Parkfriedhof an Sinti und Roma.

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Einweihung

Gedenkstein: 12.09.1986
Weiße Marmortafel: 16.06.1990
Gedenktafel: 1991
Hinweisschild: 11. Juni 2006


Inschrift

Gedenkstein:
"Vom Mai 1936 bis zur Befreiung unseres Volkes durch die ruhmreiche Sowjetarmee litten in einem Zwangslager unweit dieser Stätte hunderte Angehörige der Sinti.
Ehre den Opfern!"

Weiße Marmortafel:
"Den Berlinern Sinti, die im Zigeunerlager Marzahn litten und in Auschwitz starben.
Mai 1936 – Mai 1945
Atschen Devleha."

Tafel:
"Auf einem ehemaligen Rieselfeld nördlich dieses Friedhofs richteten die Nazis im Vorfeld der Olympischen Spiele 1936 einen 'Zigeunerrastplatz' ein, auf dem Hunderte Sinti und Roma gezwungen wurden zu leben.
Zusammengepfercht in düstere Baracken, fristeten die Lagerbewohner ein elendes Dasein. Harte Arbeit, Krankheit und Hunger forderten ihre Opfer. Willkürlich wurden Menschen verschleppt und verhaftet. Demütigende 'rassenhygienische Untersuchungen' verbreiteten Angst und Schrecken. Im Frühjahr 1943 wurden die meisten der 'Festgesetzten' nach Auschwitz deportiert. Männer und Frauen, Greise und Kinder.
Nur wenige überlebten."

Hinweisschild:
"Nördlich des städtischen Friedhofs Marzahn befand sich von 1936 bis 1945 das Zwangslager für Sinti und Roma. Das Lager Marzahn war eines der ersten kommunalen Zwangslager für 'rassisch' Verfolgte in Deutschland. Es war ein Ort des Terrors und des Schreckens. Ab Frühjahr 1943 wurden die dort gefangen gehaltenen Familien in das Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau deportiert."


Initiator(en)

Schriftsteller Reimer Gilsenbach, die Kirchengemeinde Berlin-Marzahn & Cinti Union


Künstler

Bildhauer Jürgen Raue


Entstehung

Das Hinweisschild, welches an das Zwangslager Marzahn und die Grausamkeiten, die dort geschahen,erinnern soll, entstand genau 70 Jahre, nachdem die Berliner Sinti und Roma in das Lager gebracht worden waren, um zu den Olympischen Spielen eine 'zigeunerfreie' Stadt zu haben.


Literatur

Endlich, Stefanie/Goldenbogen, Nora/u. a.: Gedenkstätten für die Opfer des Nationalsozialismus. Eine Dokumentation, Band II, Bonn 1999, S. 94-96.