Adresse des Gedenkortes
Bundesinstitut für Risikobewertung
Thielallee 88-92, Haus 3
14195 Berlin-Dahlem
Bundesrepublik Deutschland
Karte anzeigen

Berlin, Thielallee

Gedenktafel an der ehemaligen „Rassenhygienischen und Erbbiologischen Forschungsstelle“ des ehemaligen Reichsgesundheitsamtes.

Vollansicht
Gedenktafel, Quelle: Bundesinstitut für Risikobewertung, Berlin

Vollansicht
Initiatoren - Einweihung, Quelle: Bundesinsitut für Risikobewertung, Berlin

Einweihung

11.12.1995


Inschrift

"Zum Gedenken an die Opfer des Völkermordes an den Sinti und Roma.

Auf diesem Gelände, in einem nicht mehr vorhandenen Gebäude des ehemaligen Reichsgesundheitsamtes, befand sich die 'Rassenhygienische- und Bevölkerungsbiologische Forschungsstelle', die an der Vorbereitung des planmäßigen Völkermordes der Nationalsozialisten an den Sinti und Roma mitwirkte."


Initiator(en)

Pierre Veenhuis, Robert Schröder (Zwei ehemalige Schüler, die durch einen Schulwettbewerb auf die frühere Rolle des Verbraucheramtes stießen)


Entstehung

Am Lichtenberggymnasium fand 1993 ein Schülerwettbewerb zum Thema "Deutsche Geschichte" statt. Mit dem ersten Platz wurden die beiden Schüler Pierre Veenhuis und Robert Schröder ausgezeichnet. Sie hatten das Thema "Die Rolle des Reichsgesundheitsamtes in der Nazi-Zeit" aufgegriffen und bearbeitet. Im Reichsgesundheitsamt hatten Beamte und Wissenschaftler bis März 1944 circa 24.000 "Zigeuner" - Rassengutachten erstellt und sie dadurch in den Tod geschickt. Die Beamten und Wissenschaftler waren so maßgeblich an der Vorbereitung des Völkermordes an den Sinti und Roma beteiligt. Die Idee der Schüler, Erinnerung wach zuhalten, wurde durch die Herstellung und Enthüllung einer Tafel zum Gedenken an die Opfer des Völkermordes realisiert.


Literatur

Das Reichsgesundheitsamt im Nationalsozialismus. Menschenversuche und "Zigeunerforschung" zwischen 1933 und 1945, Begleitheft zur Ausstellung im Bundesinstitut für gesundheitlichen Verbraucherschutz und Veterinärmedizin, Berlin-Dahlem 1998.