Adresse des Gedenkortes
KZ-Gedenkstätte Leonberg, alter Engelbergtunnel
Seestraße
71229 Leonberg
Bundesrepublik Deutschland
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Leonberg, Seestraße

Auf 15 Stahlplatten sind 3000 Namen von NS-Opfern aufgelistet.

Vollansicht
Namenswand

Einweihung

08.05.2005


Inschrift

3000 Namen


Initiator(en)

KZ-Gedenkstätteninitiative Leonberg e.V.


Künstler

Johannes Kares


Beschreibung

In einer 25 Meter breiten Wand hängen 15 Stahlplatten mit einer Höhe von drei Metern und einer Breite von 1,50 Metern. In den sechs Millimeter starken Stahl sind die bisher bekannten Namen von fast 3000 KZ-Häftlingen und 16 Gestapohäftlingen und Zwangsarbeitern per Laser eingeschnitten. Die dadurch erzielte Durchsichtigkeit schafft eine plastische Dimension.


Entstehung

Das Einweihungsdatum wurde gezielt gewählt, denn am 8. Mai 1945, also genau 60 Jahre zuvor, endete der 2. Weltkrieg und markiert somit den Jahrestag der Befreiung vom Nationalsozialismus.


Hintergrund

Vom Frühjahr 1944 bis April 1945 gab es in der oberen Seestraße ein von der SS geführtes Außenlager des KZ Natzweiler (Elsass). Es war mit Stacheldraht und Wachtürmen gesichert. In den Baracken wurden Häftlinge aus 24 europäischen Ländern, vor allem aus Polen, der UdSSR, Frankreich, Ungarn, dem Balkan und Deutschland gefangen gehalten. Viele Häftlinge waren Juden, aber auch Sinti und Roma.
Im Frühjahr 1944 waren es einige Hundert Häftlinge, gegen Kriegsende mehr als 3000.
Die Häftlinge arbeiteten fast ausschließlich für das "Presswerk Leonberg", einen Teilbetrieb der Messerschmitt AG in Augsburg.
Im April 1945 wurden die Maschinen abtransportiert und das Lager wegen der näherrückenden französischen Truppen geräumt. Zurück blieb ein Massengrab auf dem Blosenberg für die an den katastrophalen Haft- und Arbeitsbedingungen zu Tode gekommenen Gefangenen.
Viele Leonberger versuchten, die Existenz des Lagers zu ignorieren und schauten weg, wenn ihnen auf den Straßen ein Häftlingszug begegnete. Einige wenige halfen den Gefangenen und riskierten dabei drakonische Strafen.


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