Adresse des Gedenkortes
Schwanenteichanlage
Goethestraße
04109 Leipzig
Bundesrepublik Deutschland
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Leipzig, Goethestraße

Bronzeplastik "Geschlagener" - Sinnbild und Erinnerung an ermordete Sinti und Roma.

Vollansicht

Einweihung

25.03.2003


Inschrift

Vorderseite:

"Den Sinti und Roma, die Opfer des nationalistischen Völkermordes wurden.

I rikerpaske ap i Sinti de Roma, kei weian maredes an u manuschengromarepen.

Stadt Leipzig 2003"


Rückseite:

"Zwischen 1933 und 1944 wurden zahlreiche Leipziger Sinti und Roma nach Auschwitz und in andere Vernichtungslager deportiert und ermordet. Außerdem wurden Sinti und Roma aus Deutschland und dem besetzten Europa als Zwangsarbeiter in Leipziger Rüstungsbetriebe verschleppt, viele kamen dort um."


Künstler

Wieland Förster

geb.: 1930 in Dresden

Bildender Künstler und Schriftsteller

Er erhielt u.a. 1973 den Kunstpreis der DDR, 1974 den Käthe-Kollwitz-Preis, 1976 und 1983 einen Nationalpreis 2. Klasse der DDR, 1977 den Kleist-Kunstpreis der Stadt Frankfurt an der Oder, 1978 den Kunstpreis des FDGB sowie 2000 das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse.


Beschreibung

1989 geschaffene Bronzeplastik "Geschlagener" auf einem Sockel.
Auf der Vorderseite und Rückseite des Denkmals findet man die oben genannte Inschrift, wobei der zweite Absatz auf der Vorderseite, die Übersetzung des ersten Absatzes auf Romanes ist.


Entstehung

Der Zeitpunkt der Plastikeinweihung schlägt den Bogen 60 Jahre zurück. Im März 1943 fand die letzte zentral angeordnete Deportation nach dem Himmler-Erlass von 1942 statt. Die Letzten der bis dahin noch verbliebenen Sinti und Roma wurden gemeinsam mit etwa 10.000 Angehörigen ihrer Volksgruppe aus anderen gebieten Deutschlands in den als "Zigeunerlager" bezeichneten Abschnitt des KZ Auschwitz-Birkenau verschleppt.


Hintergrund

Das Denkmal soll an die mindestens 280 verschleppten Sinti und Roma aus Leipzig erinnern, von denen nicht mehr als 5 den Mord an ihrem Volk überlebten. Das Denkmal steht jedoch nicht nur für jene Sinti und Roma, die durch Auschwitz ihr Leben verloren, sondern auch für im Leipziger Rüstungslager zu Tode Gearbeiteten. Mehr als 1.000 waren es, die der "Vernichtung durch Arbeit" ausgesetzt wurden.