Adresse des Gedenkortes
Auenweg, (oberhalb der Treppe an der Unterführung hinter dem Bahnhof)
51063 Köln-Deutz
Bundesrepublik Deutschland
Karte anzeigen

Köln, Auenweg

Erinnerung an die Deportationen, die vom Bahnhof Köln-Deutz ausgingen.

Vollansicht

Vollansicht

Einweihung

09.03.1990


Inschrift

"An dieser Stelle war der Aufgang zum Bahnhof Deutz-Tief. Von hier aus wurden 1940/41 mehr als 1.500 Sinti und Roma und seit 1941 über 11.000 Juden in Konzentrationslager deportiert. Zudem wurden die Häftlinge des Messelagers Deutz hier an- und abtransportiert. Über diese Treppe gingen viele Menschen in den Tod."


Initiator(en)

Stadt Köln


Beschreibung

Rote Sandsteintafel mit oben genannter Inschrift.


Hintergrund

Die Gedenktafel soll an die vielen Deportationen erinnern, die von dem Bahnhof Köln-Deutz in der Zeit des "Dritten Reiches" aus ausgingen. Auf einem separaten Gleisbereich hielten sowohl die KZ-Sonderzüge aus Buchenwald als auch die Transporte in die Arbeits- und Vernichtungslager in den Osten.
Im Mai 1940 wurden auf der Grundlage von Deportationslisten, die die "Dienststelle für Zigeunerfragen" erstellt hatte, mehr als 1000 Sinti und Roma aus dem Rheinland in die Deutzer Messehalle verbracht. Dort wurden sie "desinfiziert" und registriert, indem man ihnen die Nummer ihres Transportes auf die Haut stempelte. Nach fünf Tagen ging es dann hinüber zu den Gleisanlagen von Deutz-Tief, wo Viehwaggons bereitstanden. "Treppe der Tränen" wurde der Aufgang von Betroffenen genannt, durch den ganze Familien, gesäumt von Polizeispalier, schritten.
Einen "Probelauf für den Völkermord an den Juden" nennen Historiker diese erste systematisch durchgeführte Deportation.


Literatur

Puvogel, Ulrike/Stankowski, Martin: Gedenkstätten für die Opfer des Nationalsozialismus. Eine Dokumentation, 2., überarb. und erw. Auflg., Band I, Bonn 1995, S. 570.