Adresse des Gedenkortes
Einmündung der Eisenbahnstraße in die Grünestraße, gegenüber Kriegsdenkmal
79336 Herbolzheim
Bundesrepublik Deutschland
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Herbolzheim, Eisenbahnstraße/Grünestraße

Mahnmal für die Familie Spindler.

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2. Gedenktafel

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1. Gedenktafel

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3. Gedenktafel

Einweihung

24.03.2003


Inschrift

1. Gedenktafel:
Dargestellt wird die Zugverbindung von Herbolzheim nach Auschwitz vom 10.März 1945

2. Gedenktafel:
"Weggekommen ...!
Von Herbolzheim... nach Auschwitz:"

Es folgen 16 Namen mit Geburts- und Sterbedaten sowie den jeweils zugewiesenen Haftnummern.

"Bei der Liquidierung des sogenannten 'Zigeunerlagers' Auschwitz-Birkenau wurden am 2.August 1944 2844 Männer, Frauen und Kinder vergast und am 3.8.1944 in offenen Gruben verbrannt. Es ist davon auszugehen, dass alle mit Fragezeichen gekennzeichneten Familienmitglieder Opfer dieser Massenmordaktion wurden."

3. Gedenktafel
"Der Völkermord an den Sinti und Roma ist mit dem gleichen Motiv des Rassenwahns, mit dem gleichen Vorsatz, mit dem gleichen Willen zur planmäßigen und endgültigen Vernichtung durchgeführt worden, wie der an den Juden.
(Prof. Dr. Roman Herzog, Bundespräsident a. D.)

Wir gedenken all jener Bürgerinnen und Bürger der Stadt Herbolzheim, die in der Zeit des Nationalsozialismus gedemütigt, verfolgt, ihrer Rechte beraubt und ermordet worden sind.
(Herbolzheim. 24. März 2003
Stadt Herbolzheim
Verband Deutscher Sinti & Roma
LV Baden-Württemberg)"


Initiator(en)

Bürgerarbeitskreis, Bürgermeister Ernst Schilling, Landesverband der Sinti und Roma


Beschreibung

Stele aus sandgestrahltem grauen Sichtbeton mit der Grundform eines dreischenkligen Dreiecks, innerhalb eines dreieckigen, gepflasterten Platzes. Die Grundform nimmt den dreieckigen Wimpel auf, mit dem die in Auschwitz internierten Sinti und Roma gekennzeichnet wurden. Jede der drei 2,2m hohen und 0,8 m breiten Seitenflächen trägt eine Tafel. Dem Passanten zugewandt steht eine Vergrößerung des Dokuments "Fahrplan Herbolzheim – Auschwitz", eine zweite Seitenfläche trägt eine Namensliste der aus Herbolzheim deportierten Sinti und Roma, an der dritten Seite ist schließlich die Gedenkschrift angebracht.


Hintergrund

Das Denkmal wurde an dem Tag eingeweiht, an dem es genau 60 Jahre her war, dass die Sinti Familie Spindler, bestehend aus insgesamt 16 Familienmitgliedern, von Herbolzheim nach Auschwitz deportiert worden war. Lediglich zwei Familienmitglieder überlebten dieses Grauen: Franz Spindler, der ebenfalls an der Mahnmaleinweihung teilnahm, und dessen Bruder, der jedoch zu diesem Zeitpunkt bereits verstorben war.