Adresse des Gedenkortes
auf dem Forum vor dem Rathaus in Gevelsberg
58285 Gevelsberg
Bundesrepublik Deutschland
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Gevelsberg, Rathausplatz

Mahnmal für die 37 Gevelsberger Sinti und Roma, die nach Auschwitz deportiert wurden.

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Gedenktafel

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Mahnmal

Einweihung

14.03.2004


Inschrift

"-ERINNERUNG UND WACHSAMKEIT –
Erinnerung an die während des Nationalsozialismus ermordeten, vertriebenen und erniedrigten Menschen dieser Stadt
– Menschen jüdischen Glaubens, Roma, politisch Verfolgte und Zwangsarbeiter –
Mahnung zu Wachsamkeit in Gegenwart und Zukunft
von Ulle Hees 2004"


Initiator(en)

Antifaschistischer Arbeitskreis Gevelsberg


Künstler

Bildhauerin Ulle Hees (Wuppertal)


Beschreibung

Das Mahnmal ist eine Stahl-Stele. Ulle Hees erläuterte ihr Kunstwerk so: "Den Betrachter soll diese Stele zu Respekt, Solidarität und Wachsamkeit so wie zum Nachdenken über das eigene Verhalten gegenüber Mitmenschen auffordern. Die abgeschlagenen Köpfe und Feuer Symbolisieren am Fuß der Stele das grauen des Nationalsozialistischen Systems, darüber erheben sich Symbole der verfolgten Gruppen: Eine jüdische Menora (siebenarmiger Leuchter), eine Gitarre für Musik der Sinti und Roma, eine Menschengruppe unter einer Fahne für die politisch Andersdenkenden. Zwei große Durchbrüche in den Stahlplatten ermöglichen, in allen Richtungen wachsam zu schauen. Silhouetten von Köpfen blicken wachsam in die Umgebung, stehen gleichzeitig für die Zukunftschancen, die sich aus Versöhnung ergeben. Sie stehen für das Unrecht, sind sozusagen darauf gegründet, da wirkliche Versöhnung voraussetzt, dass gewesenes Unrecht klar erkannt und beim Namen genannt wird. Über allem erhebt sich ein Schwarm Vögel, fliegt in die Freiheit, zeigt, dass der Weg in die Zukunft von Hoffnung auf ein menschliches Zusammenleben getragen ist." Vor dem Mahnmal ist eine Bronzeplatte eingelassen.


Entstehung

Seit 20 Jahren wollte der Antifaschistische Arbeitskreis Gevelsberg ein Mahnmal errichten. Ursprünglich sollte eine Bronzeskulptur an der Stelle aufgestellt werden, an der am 11.03.1943 die Sinti und Roma nach Auschwitz deportiert wurden, leider scheiterte diese Idee an den finanziellen Mitteln. Als insgesamt die Summe von ca. 10.000 € durch Spenden zusammengekommen war, konnte Ulle Hees aus dieser Summe ein Stahl-Stele Mahnmal erschaffen.
Das Einweihungsdatum wurde auf dem 14.03. gelegt, um an die Deportationen der 37 Sinti und Roma von Gevelsberg nach Auschwitz zu erinnern, die im März 1943 stattfanden.