Adresse des Gedenkortes
Stadtgesundheitsamt
Braubachstraße 18
60311 Frankfurt am Main
Bundesrepublik Deutschland
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Frankfurt, Braubachstraße

Die Mahntafel am Stadtgesundheitsamt erinnert an Sinti und Roma, die während der NS-Zeit "rassenbiologisch" misshandelt und ermordet wurden.

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Quelle: Förderverein Roma e.V.

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Quelle: Förderverein Roma e.V.

Einweihung

27.01.2000


Inschrift

"Mehrere Hunderttausend europäische Roma und Sinti wurden unter nationalsozialistischer Herrschaft ermordet. An über 20.000 Deutschen Sinti und Roma wurden 'Rassenbiologische' Untersuchungen durchgeführt. Zwangssterilisation, Inhaftierung und Folter waren die Vorstufe des massenhaften Todes in den Konzentrations- und Vernichtungslagern der Nazis.

Von in Frankfurt am Main lebenden Roma und Sinti wurden 172 Personen in 'Zigeunerlagern' in der Diesel- und Kruppstraße interniert. 8 Personen zwangssterilisiert, 174 Personen nach Auschwitz deportiert und mindestens 89 Roma und Sinti dort ermordet.

Ab 1947 waren zwei maßgeblich an 'Rassenbiologischen Untersuchungen' beteiligte Personen, Robert Ritter und Eva Justin, im Stadtgesundheitsamt Frankfurt am Main in leitender Funktion beschäftigt. Sie wurden für ihre Verbrechen nicht zur Rechenschaft gezogen. Die beiden Namen stehen stellvertretend für diejenigen, die unter dem Deckmantel von Wissenschaft und Forschung oder durch Wegsehen und Schweigen den Völkermord an Roma und Sinti ermöglichten.

In Achtung vor den Opfern, als Erinnerung, Mahnung und Verpflichtung."


Initiator(en)

Verband Deutscher Sinti und Roma Landesverband Hessen e.V.


Entstehung

Mehrere Jahre hatte sich der Streit hingezogen, ob auf dieser Mahntafel die Namen zweier maßgeblicher "Rasseforscher" stehen sollten. Die Durchsetzung der Namennennung ist ein Protest gegen das Vergessen und erfolgte unter anderem mit der Begründung, dass es auch für die heutigen Angestellten des Gesundheitsamtes wichtig sei, von der Geschichte dieses Hauses zu wissen.