Adresse des Gedenkortes
Ecke Schlenhofstraße/ Reckhammerweg
45141 Essen
Bundesrepublik Deutschland
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Essen, Schlenhofstraße/Reckhammerweg

Gegenüber der Universität erinnert eine Tafel an die ermordeten Sinti und Roma Essens.

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Quelle: Synagoge Essen; "Zigeunerlager um 1930", wo heute die Gedenktafel steht

Einweihung

1990er


Inschrift

"Sinti- und Roma-Lager, Segeroth.
Während des Zweiten Weltkrieges wurden etwa 220.000 Sinti und Roma aus Deutschland und dem deutsch besetzten Europa von den Nationalsozialisten ermordet. In Polen, der Sowjetunion und Jugoslawien erschossen die Einsatzgruppen der SS, deutsche Polizeiformationen und Wehrmachtseinheiten zehntausend Sinti und Roma. Andere wurden in Ghettos und Vernichtungslager wie Lódz, Belzec, Chelmno und Treblinka umgebracht. Allein im "Zigeunerfamilienlager" in Auschwitz-Birkenau kamen etwa 20.000 der dort seit März 1943 zusammengepferchten Sinti und Roma ums Leben. Sie stammten aus elf europäischen Ländern.
Über das Schicksal der aus Essen deportierten Sinti und Roma ist wenig bekannt. Zahlreiche lebten im Segeroth. Dort befand sich in der Schlenhofstraße ein "Zigeunerlager", das im Rahmen der Sanierung des Segerothviertels 1937 aufgelöst wurde. 1938 wurden etwa 100 Sinti und Roma aus dem Segeroth fortgebracht und in einem Lager am Nordrand der Stadt untergebracht. Einige wurden bereits 1938 in Konzentrationslager deportiert. Andere wurden 1940 in das deutsch besetzte Polen verschleppt. Dutzende wurden 1943 in das "Zigeunerfamilienlager" in Auschwitz-Birkenau deportiert, dort überlebten nur einzelne."