Adresse des Gedenkortes
Otto-Umfrid-Straße
70191Stuttgart
Bundesrepublik Deutschland
Karte anzeigen

Stuttgart, Nordbahnhof


Einweihung

14.06.2006


Initiator(en)

"Zeichen der Erinnerung" e. V.


Beschreibung

Vom alten Güterbahnhof sind noch einige Gleise und Prellböcke erhalten. Auf der umgebenden Mauer sind die Namen von über 2600 von hier aus deportierten Opfer des Nationalsozialismus (sowohl Jüdinnen und Juden als auch Sinti und Roma) verzeichnet. Auf Tafeln wird über die Geschichte des Orts und der Deportationen informiert.


Entstehung

Im Zeitraum von 2001 bis 2006 setzen sich Stuttgarter Bürgerinnen und Bürger, ab 2004 im Rahmen des Vereins "Zeichen der Erinnerung", für die Einrichtung einer Gedenkstätte am Deportationsort Stuttgart Nordbahnhof ein. Am 16.06.2006 wurde die Gedenkstätte eingeweiht. Sie wurde je zur Hälfte aus Mitteln des Vereins und aus Geldern der Stadt Stuttgart finanziert. Die Gedenkstätte wurde von Studenten der Technischen Universität Cottbus entworfen. Die Entstehung der Gedenkstätte wurde von Vertretern der Stadt und des Stadtarchivs begleitet.
Im Jahr 2013 fand eine Gedenkveranstaltung für die 234 vom Nordbahnhof aus ins Konzentrationslager Auschwitz deportierten Sinti statt. Mittlerweile sind deren Namen, neben denen der vom Nordbahnhof aus deportierten Jüdinnen und Juden, an der Wand der Gedenkstätte aufgeführt.


Hintergrund

Zwischen 1941 und 1945 fanden vom Stuttgarter Nordbahnhof aus insgesamt neun mal Deporationen von Jüdinnen und Juden, aber auch von Sinti und Roma statt. Über 2600 Menschen wurden insgesamt von dort aus deportiert; nur ca. 180 von ihnen überlebten die Lagerhaft.


Linkhinweise



Literatur

Bauz,Ingrid /Brüggemann, Sigrid / Maier, Roland: Die Geheime Staatspolizei in Württemberg und Hohenzollern, Stuttgart 2013, S. 293-304.

Ostertag, Roland (Hrsg.): Zeichen der Erinnerung. Gedenkstätte im Stuttgarter Nordbahnhof für die aus Stuttgart, Württemberg und Hohenzollern deportierten Menschen jüdischen Glaubens, Sinti und Roma, 3. Aufl., Stuttgart 2009.