Adresse des Gedenkortes
Johann Trollmann Boxcamp
Bergmannstraße 28
10961Berlin
Bundesrepublik Deutschland
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Berlin, Bergmannstraße

Gedenktafel und Hallenbenennung für den sinto-deutschen Boxer Johann "Rukeli" Trollmann.

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Einweihung

28.01.2011


Inschrift

"Johann Trollmann
*27.12.1907 †1944
Johann 'Rukeli' Trollmann wurde am 27. Dezember 1907 als Sohn einer sinto-deutschen Familie in Wilsche bei Gifhorn geboren und wuchs in Hannover auf. Er war ein versierter Mittelgewichtsboxer und gewann am 9. Juni 1933 den deutschen Meisterkampf im Halbschwergewicht, der im Sommergarten der Bockbierbrauerei an der Kreuzberger Fidicinstraße stattfand. Der Titel wurde ihm aber unter fadenscheinigen Begründungen aberkannt, und der Boxverband drohte mit Entzug seiner Lizenz, sollte er weiterhin 'zigeunerhaft' tänzelnd,also 'undeutsch' boxen und sich nicht dem 'deutschen Kampf' stellen. Daraufhin stieg Trollmann am 21. Juli 1933 mit hell gefärbten Haaren und weiß gepuderter Haut gegen Gustav Eder in den Ring. Seine Selbstinszenierung als arischer Kämpfer karikierte die ihm von den NS-Sportfunktionären abverlangte Rolle. Da er dazu noch auf seinen beweglichen Boxstil verzichtete, war er nach fünf Runden k.o. geschlagen und seine Karriere als Boxer besiegelt. Im Juni 1942 wurde Trollmann in das KZ Neuengamme deportiert und 1944 im Nebenlager Wittenberge erschlagen. Johann Trollmann ist wie eine halbe Million anderer Sinti und Roma Opfer des nationalsozialistischen Völkermords; sie wurden aus rassistischen Gründen verfolgt und ermordet. Der Meisterschaftstitel wurde ihm 2003 vom Bund Deutscher Berufsboxer wieder zuerkannt,so dass Johann 'Rukeli' Trollmann heute wieder offiziell als Deutscher Meister im Halbschwergewicht geführt wird."


Initiator(en)

Manuel Trollmann, Dr. Jan Stöß


Beschreibung

Gedenktafel mit Biographie und Schriftzug an der Sporthalle