Adresse des Gedenkortes
Murtalbundesstraße
5580Tamsweg
Österreich
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Murtalbundesstraße Ortsbereich Triebendorf


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Einweihung

23.06.2012


Inschrift

Es handelt sich um Schilder am Straßenrand mit folgenden Aufschriften:

"Zwangsarbeitslager Triebendorf in 5 km"

"Neue Straße (Länge 3,5 km), Alte Straße"

"Straßenbau von Sinti und Roma, 1940-1941"

"Deportiert ins Ghetto Lodz, 1941"

"Vergast in Chelmno, 1942"



Initiator(en)

Regionale XII, Festival für zeitgenössische Kunst und Kultur


Künstler

Künstlerin: Larissa Aharoni

Fotografen: Otto Saxinger und Nikola Milatovic


Beschreibung

Während in der Ausstellung im Stadtmuseum erste Forschungsergebnisse zu den Lagern Triebendorf und St. Lambrecht sowie der Deportation der Roma und Sinti präsentiert werden, wird in diesem Kontext auch der öffentliche Raum bespielt: Entlang des Teilstückes der Murtalbundesstraße, an dem die im Lager Triebendorf internierten Männer zur Zwangsarbeit eingesetzt waren, stehen von der Künstlerin Larissa Aharoni entworfene „Verkehrsschilder“, die an die Schicksale der hier internierten Sinti und Roma erinnern.


Entstehung

Im Rahmen des Kulturfestivals Regionale 12 in Murau, wurde neben einer Ausstellung auch das Denkmalsprojekt realisiert.


Hintergrund

Nach dem „Anschluss“ im März 1938 wurden die österreichischen Sinti und Roma umgehend ihrer Bürgerrechte beraubt und in Folge systematisch verfolgt und ermordet.
Ab Oktober 1940 wurden auch in der Steiermark innerhalb weniger Wochen spezielle Lager für „Zigeuner“ eingerichtet, wo die Betroffenen nach ihrer Inhaftierung zur Zwangsarbeit herangezogen wurden. Im Bezirk Murau wurden über 200 Roma und Sinti in den Lagern Triebendorf und St. Lambrecht zur Zwangsarbeit im Straßenbau interniert.
Am 1. Oktober 1941 ordnete Heinrich Himmler die Deportation von 5.000 Roma und Sinti in das Ghetto von Lódz an. Ein Sonderzug brachte die Menschen aus den obersteirischen Arbeitslagern am 31. Oktober 1941 über Unzmarkt und Graz in die Sammellager nach Fürstenfeld und Alt-Pinkafeld, von wo aus die Roma und Sinti, nun in Familien zusammengefasst, nach Lódz deportiert wurden.
Die Transporte aus der Steiermark nach Polen umfassten insgesamt 5.007 Personen 1.188 Frauen, 1.130 Männer und 2.689 Kinder. Alle, die das Ghetto überlebten, wurden im Winter 1941/42 im polnischen Vernichtungslager Chelmno vergast. Die maßgeblichen steirischen Stellen, unter ihnen der Kreisleiter von Murau, Franz Amberger, sowie der Landrat von Murau, Eduard Prantner, waren bereits im Sommer 1940 über die bevorstehenden „Zigeuner“-Deportationen unterrichtet worden, nicht zuletzt um mit ihrer Unterstützung einen reibungslosen Ablauf der Abtransporte zu garantieren.


Linkhinweise



Literatur

“REGIONALE 12 / Stadt. Land. Fluss.”, Festival für zeitgenössische Kunst, Katalog, Graz 2012, Seite 64-75.