Adresse des Gedenkortes
Am Hauptbahnhof
53111Bonn
Bundesrepublik Deutschland
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Bonn, Hauptbahnhof, Bahnhofsvorplatz


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Einweihung

16.12.1999


Inschrift

"Wir gedenken der Bonner Sinti, die 1938-1945 aus ihren Häusern deportiert wurden und in Auschwitz und anderswo Opfer des nationalsozialistischen Völkermords wurden. Die Bürgerinnen und Bürger der Stadt Bonn 1999.


Initiator(en)

Landesverband Deutscher Sinti und Roma Nordrhein-Westfalen.


Beschreibung

Bronzetafel am Pfeiler eines Abgangs zur U-Bahn und zur Bahnhofspassage.


Entstehung

Die Gedenktafel wurde anlässlich des Gedenktags der Sinti und Roma (dem Jahrestag des "Auschwitz-Erlasses" durch den "Reichsführer SS" Heinrich Himmler vom 16. Dezember 1942) durch die damalige Oberbürgermeisterin der Bundesstadt Bonn, Frau Bärbel Dieckmann und den damaligen 1. Vorsitzenden des Landesverbands Deutscher Sinti und Roma Nordrhein-Westfalen, Herrn Hugo Franz, enthüllt.

Die Bonner Gedenktafel wurde Anfang 2011 auf Initiative des Landesverbandes durch die Stadt Bonn restauriert. Wegen der zentralen, aber auch relativ ungeschützten Lage soll nach Abschluss der Bauarbeiten am Bahnhofsplatz ein besserer Standort für die Gedenktafel gefunden werden.


Hintergrund

"Verzogen nach Auschwitz." - So hielt die Einwohnerbehörde der Stadt Bonn im März 1943 in ihrem Straßenverzeichnis bürokratisch die Deportation der Sinti fest, die bis dahin als Bonner Bürgerinnen und Bürger in der Altstadt lebten und Musiker oder Arbeiter waren. Die meisten der über 40 Menschen, die aus Bonn stammten, wurden in Auschwitz ermordet.


Literatur

Bab, Bettina/Stang, Erhard: Fremde in Bonn. Ein historisches Lesebuch. "Aufenthalt hat hier keine derartige Familie genommen..." Sinti und Roma in der Region Bonn. 1993, S.82-91.