Adresse des Gedenkortes
Alte Römerstraße 75
85221 Dachau
Bundesrepublik Deutschland
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Dachau, KZ-Gedenkstätte Dachau

Gedenktafel für Sinti und Roma im ehemaligen KZ-Dachau.

Einweihung

1968


Inschrift

"Zum Gedenken der Zigeuner,
die hier während der NS-Zeit ermordet wurden.
'Wer mich aber verleugnet vor den Menschen,
der wird verleugnet werden vor den Engeln Gottes.'
(Matth. 10,33)
Gestiftet duo 'Z'"


Beschreibung

Im ehemaligen sogenannten Wirtschaftsgebäude wurde das Museum untergebracht, das eine Dokumentationsausstellung mit etwa 500 Fotos und Dokumenten zur Vorgeschichte des NS-Regimes und zur Geschichte des Lagers Dachau, seiner Nebenlager und anderer Konzentrationslager zeigt. In einem Seitenraum der Ausstellung hängen Hunderte von Fähnchen und sind zahlreiche Bilder, Erinnerungsgegenstände und Gedenktafeln aufgestellt, die verschiedene in- und ausländische Organisationen zur Erinnerung an die Verfolgten allgemein, bestimmte Verfolgtengruppen und einzelne Verfolgte dort angebracht haben. Gedenktafeln gibt es namentlich u.a. für polnische Priester, ukrainische politische Häftlinge, Polen und Zigeuner. Diese letzte Tafel wurde anlässlich eines Sinti-Hungerstreiks nach Dachau gebracht. Sie trägt die oben genannte Inschrift.


Entstehung

1965


Hintergrund

Am 20.03.1933 wurde in Dachau in der Nähe von München das erste nationalsozialistische Konzentrationslager eröffnet. Bis zur Befreiung am 29.04.1945 durch Einheiten der amerikanischen Armee waren von den insgesamt etwa 200.000 Häftlingen des Lagers weit über 30.000 Menschen ums Leben gekommen.

Das KZ Dachau wurde auf dem Gelände einer ehemaligen Munitions- und Pulverfabrik errichtet. Die ersten so genannten "Schutzhäftlinge" waren politische Gegner des Regimes aus den Reihen der kommunistischen und sozialdemokratischen Partei. Zunächst wurde das Lager durch die bayerische Landespolizei bewacht, aber bereits im April 1933 von der SS übernommen. Es kam zu ersten Morden durch die Wachmannschaften. Der am 26.6.1933 zum Kommandanten des KZ Dachau bestellten SS-Oberführer Theodor Eicke entwickelte ein Organisationsschema für das Lagerleben und machte Dachau zum Modell für alle anderen nationalsozialistischen Konzentrationslager. Nach dem so genannten "Röhm-Putsch" im Juli 1934 wurde Eicke zum "Inspekteur der KZ" ernannt. Er übertrug sein Organisationsschema auf die anderen Konzentrationslager. In Dachau befand sich auch ein SS-Übergangslager, indem die Mannschaften ideologisch und militärisch geschult wurden ("Totenkopfverbände").

Im Jahr 1937 wurde das KZ Dachau erweitert. Die Bauarbeiten mussten unter extrem harten Bedingungen von den Häftlingen selbst durchgeführt werden. Zu den politischen Häftlingen kamen andere Gruppen wie Zeugen Jehovas und Homosexuelle hinzu. Auch die aus "rassischen Gründen" verfolgten Sinti und Roma und Juden wurden vermehrt in Dachau inhaftiert. Allein nach der "Reichspogromnacht" wurden über 10.000 Juden eingewiesen.

Anfang der 40er Jahre entwickelte sich das Konzentrationslager Dachau immer mehr zur Stätte des systematischen Massenmords. Russische Kriegsgefangene wurden hierher verschleppt und exekutiert. Medizinische Versuche an Häftlingen forderten eine große Zahl von Opfern. Kranke und "Arbeitsunfähige" wurden im Rahmen der "Aktion 14f13" ermordet. Die Arbeitskraft der Häftlinge wurde bis zur Erschöpfung ausgebeutet. In insgesamt 197 Außenlagern des KZ Dachau mussten sie für die Rüstungsindustrie und andere Betriebe Zwangsarbeit leisten. Als die alliierten Truppen immer näher rückten, wurden Ende April 1945 viele Außenlager evakuiert und die Häftlinge auf "Todesmärsche" geschickt. Auch im Hauptlager in Dachau traf dieses Schicksal über 7.000 Gefangene, von denen kaum einer überlebte. Am 28.4.1945 verließ die SS Dachau und einen Tag später wurden die verbliebenen Häftlinge von amerikanischen Truppen befreit.


Linkhinweise

Homepage der KZ-Gedenkstätte Dachau:
http://www.kz-gedenkstaette-dachau.de/index2.html

Zum Hungerstreik der Sinti und Roma in Dachau und der Gründung des Zentralrats Deutscher Sinti und Roma:
http://zentralrat.sintiundroma.de/content/index.php?navID=9&aID=13


Literatur

Puvogel, Ulrike/Stankowski, Martin: Gedenkstätten für die Opfer des Nationalsozialismus. Eine Dokumentation, 2., überarb. und erw. Auflg., Band I, Bonn 1995, S. 122-129.