Adresse des Gedenkortes
an der B 432 auf halbem Wege zwischen Fuhlsbüttel und Tangstedt
22850 Norderstedt
Bundesrepublik Deutschland
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Norderstedt, Glashütter Feldmark/Am Wittmoor

Gedenkstein für die Opfer der nationalsozialistischen Konzentrationslager.

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Gedenktafel

Einweihung

29.05.1988


Inschrift

"Wir gedenken der 6 Millionen Juden, die in deutschen Konzentrationslagern ermordet wurden, der Opfer des Widerstandes, der ermordeten Sinti und Roma, der getöteten Homosexuellen, der umgebrachten Geisteskranken, der Menschen, die um ihrer religiösen oder politischen Überzeugung willen sterben mussten.

Bundespräsident Richard von Weizsäcker am 8.5.1985

In Erinnerung an das Lager Wittmoor"


Hintergrund

Auf dem Gelände der stillgelegten Torfverwertungsfabrik im Wittmoor entstand eines der frühen Konzentrationslager der Vorkriegszeit. Die Einrichtung wurde am 31. März 1933 angeordnet. Politische Gegner des Nationalsozialismus, vor allem Kommunisten, Sozialdemokraten und Intellektuelle sollten im Lager bei harter Arbeit "umerzogen" werden. Am 10. April erfolgte die erste Belegung mit einem Aufbaukommando von 20 Gefangenen, die die teilweise verfallenen Gebäude notdürftig herrichteten. Bereits im Sommer 1933 waren hier bis zu 140 Häftlinge untergebracht. Sie wurden in der Torfgewinnung und der Moorkultivierung eingesetzt. Im Spätsommer 1933 ließ die Hamburger Polizeibehörde noch Pläne für einen Ausbau des Lagers entwickeln, die eine Unterbringung von bis zu 800 Personen vorsahen. Vom Reichsstatthalter Karl Kaufmann wurde jedoch die Schließung des Konzentrationslagers angeordnet, weil ihm das Leben im Lager zu lasch erschien. Weitere Gründe für die Schließung waren wohl auch die angestrebte Vereinheitlichung des Systems der Konzentrationslager unter der Führung der SS und die mit dem Ausbau des Lagers verbundenen Kosten. Am 17. Oktober wurden die Häftlinge in das Gestapogefängnis/Konzentrationslager Hamburg-Fuhlsbüttel verlegt und das Konzentrationslager Wittmoor geschlossen.


Linkhinweise



Literatur

Puvogel, Ulrike/Stankowski, Martin: Gedenkstätten für die Opfer des Nationalsozialismus. Eine Dokumentation, 2. überarb. und erw. Auflg., Band I, Bonn 1995, S. 760-761.