Adresse des Gedenkortes
Anne-Frank-Platz
29303Lohheide
Bundesrepublik Deutschland
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Bergen-Belsen, Gedenkstätte Bergen-Belsen

Gedenken an die ermordeten Sinti in Bergen-Belsen.

Vollansicht

Einweihung

1982


Inschrift

"In tiefer Trauer und tiefer Ehrfurcht gedenken wir Sinti (Zigeuner) der Opfer unseres Volkes.

Durch ihren gewaltsamen Tod sind sie den Lebenden Mahnung zum Widerstand gegen das Unrecht."


Entstehung

Anfang 1947 wurde mit der Errichtung eines zentralen Mahnmals in der Gedenkstätte Bergen-Belsen begonnen. Ein 24 Meter hoher Obelisk, der von einer 50 Meter langen Inschriftenmauer umgeben ist. Auf der Mauer sind Inschriften von verschiedenen Nationalitäten zu lesen, eine für alle Opfer stehende Inschrift ist in Latein verfasst. 1982 wurde schließlich die oben genannte Inschrift für Sinti hinzugefügt.


Hintergrund

In der Lüneburger Heide in der Nähe der Stadt Celle befand sich das Konzentrationslager Bergen-Belsen, das als so genanntes "Waffen-SS Außenlager" im April 1943 dem Wirtschaftsverwaltungshauptamt der SS unterstellt wurde. Zuvor hatten die auf einem ehemaligen Truppenübungsplatz errichteten Baracken als Kriegsgefangenenlager gedient. Die SS richtete Bergen-Belsen hauptsächlich als ein 'Austauschlager' ein, in dem vorwiegend ausländische Juden aus den Niederlanden, Frankreich und Belgien gefangen gehalten wurden. Sie sollten nach Bedarf gegen Deutsche ausgetauscht werden, die von den Alliierten interniert worden waren. Insofern nahm Bergen-Belsen im System der Konzentrationslager in dieser Zeit eine Sonderstellung ein. Auch waren Bergen-Belsen keine Außenlager und Außenkommandos unterstellt, in denen Häftlinge hätten Zwangsarbeit leisten müssen.

Nur wenige der zum Austausch nach Bergen-Belsen transportierten Juden kamen tatsächlich auf diese Art frei. Ab Frühjahr 1944 änderte die SS die Funktionen des KZ Bergen-Belsen. Im März wurden in einem gesonderten Abschnitt als 'arbeitsunfähig' eingestufte und kranke Häftlinge aus anderen Konzentrationslagern untergebracht. Fast alle starben nach kurzer Zeit aufgrund der unmenschlichen Lebensbedingungen. Im August 1944 eröffnete die SS einen neuen Abschnitt, in dem Frauen aus Polen und Ungarn inhaftiert wurden. Im Oktober und November 1944 schließlich diente Bergen-Belsen als 'Auffanglager' für die zahlreichen Evakuierungstransporte aus den Konzentrationslagern, die von der SS wegen der heranrückenden Front geräumt wurden. Die zu zehntausenden eintreffenden Häftlingen waren tagelang in Güterwagen eingepfercht oder hatten lange Gewaltmärsche ('Todesmärsche') hinter sich. Als Bergen-Belsen am 15.04.1945 von britischen Truppen befreit wurde, war das Lager mit ca. 60.000 Häftlingen völlig überfüllt. Die meisten von ihnen waren dem Verhungern nahe. Es gab weder Wasser noch Lebensmittel und eine Typhusepedemie hatte zahlreiche Opfer gefordert. Tausende von Leichen lagen überall im Lager. Trotz der Anstrengungen der Briten, die Überlebendne zu versorgen, starben in den Monaten nach der Befreiung noch über 14.000 ehemalige Häftlinge. Insgesamt kamen in Bergen-Belsen an die 50.000 Häftlinge und ca. 30.000 Kriegsgefangene ums Leben."


Linkhinweise

Homepage der Gedenkstätte Bergen-Belsen: http://www.bergenbelsen.de


Literatur

Puvogel, Ulrike/Stankowski, Martin: Gedenkstätten für die Opfer des Nationalsozialismus. Eine Dokumentation, 2., überarb. und erw. Auflg., Band I, Bonn 1995, S. 380-387.