Adresse des Gedenkortes
al. Pamięci Ofiar Litzmannstadt Getto 12
91859Łódź
Polen
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Lodz, Bahnhof Radegast

Gedenkstätte an die im "Zigeunerghetto" in Lodz verstorbenen und deportierten Sinti und Roma.

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Einweihung

01.06.2005


Hintergrund


In der polnischen Stadt Lodz wurde im April 1940 von den Nationalsozialisten ein Getto errichtet und mit Stacheldraht umzäunt. Es war mit insgesamt über 200.000 Menschen das größte Getto im sogenannten Wartheland, ein in das Deutsche Reich eingegliederter Teil des besetzten Polens. Zunächst wurde die jüdische Bevölkerung von Lodz und aus der Umgebung gezwungen, in das Getto überzusiedeln. Ab Oktober 1941 erreichten Deportationszüge mit Juden aus den anderen von deutschen Truppen besetzten Gebieten das Getto Lodz. Im November 1941 entstand innerhalb des jüdischen Gettos ein eigenes, so genanntes "ZigeunerGetto" für 5.000 hauptsächlich aus Österreich deportierten Sinti und Roma.

Die Gettobewohner waren meist in Holzhäusern ohne Elektrizität und Wasserversorgung untergebracht. Die hygienischen Zustände waren dementsprechend katastrophal. Eine ausreichende medizinische Versorgung gab es nicht. Tausende Bewohner fielen Krankheiten und Seuchen zum Opfer. 630 österreichische Sinti und Roma starben an den Folgen einer Typhusepidemie. Als Gegenleistung für die unzureichende Nahrungsmittelversorgung wurden die Gettobewohner zur Zwangsarbeit in Industrie- und Rüstungsbetrieben im Getto oder in auswärtigen Lagern herangezogen.

Im Januar 1942 begannen die Nationalsozialisten mit der Deportation der Bewohner in das eigens dafür eingerichtete Vernichtungslager Chelmno. Auf dem ersten Transport dahin befanden sich auch alle noch überlebenden Sinti und Roma. Sie wurden dort im Gas erstickt, mit ihnen tausende Juden. Die Deportationen nach Chelmno wurden bis Ende 1942 fortgeführt. Im Juli 1944 entschieden sich die Nationalsozialisten, das Getto Lodz endgültig aufzulösen. Zur Vernichtung der Deportierten wurde das Todeslager für eine kurze Zeit reaktiviert. Die letzten Gettobewohner wurden im August 1944 nach Auschwitz deportiert.