Adresse des Gedenkortes
Barankapark-Hellerwiese
Belgradplatz/Barankaplatz 10. Bezirk (ehemals Hellerwiese)
1100 Wien
Österreich
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Wien, Barankaplatz

In Erinnerung an die früheren Hellerwiesen, einem Rastplatz für die österreichischen Roma auf dem Weg in den Süden.

Einweihung

Baum und Tafel: 11.10.1999

Bronzeplastik: 04.06.2004

Neue Tafel (ersetzt für die von Vandalen Zerstörte): 04.06.2005


Inschrift

Tafel von 1999:

"Seit vielen Jahrzehnten haben hier auf diesem Platz österreichische Roma (Lovara) ihren Hauptrastplatz gehabt. Es standen hier Wohnwägen mit Kindern, Frauen und Männern, ca. 200 Personen. Im Jahre 1941 wurde dieser Platz von der Gestapo mit "Spanischen Reitern" (Eisenspieße) eingezäunt. Eines Tages, im Jahr 1942 war das Ghetto leer, alle Roma wurden von der Gestapo in Konzentrationslager verschleppt, wo sie alle vernichtet wurden. 500.000 Roma und Sinti wurden aus verschiedenen Ländern in dieser Zeit in den KZs (Großteil Auschwitz) umgebracht, nur wenige überlebten.

A ME GINDINAS PRE DU ME

(Wir werden sie nie vergessen)"


Tafel von 2004:

"Vor fünf Jahren wurde auf der "Hellerwiese", zur Erinnerung an die im Jahre 1941 von dort weg verschleppten Sinti, Roma und Lovara-Familien in die Konzentrationslager der Nationalsozialisten, ein roter Kastanienbaum gepflanzt. Die Erinnerungstafel, neben dem Baum errichtet, wurde zerstört.

Wir beugen uns dieser Gewalt nicht!"


Initiator(en)

Baum und Gedenktafel 1999:
Mongo Stojka (einer von sechs Überlebenden der 200 Roma von der Hellerwiese)

Bronzeplastik 2004:
Kulturraum 10, Österreichischer Volksgruppenbeirat der Roma


Künstler

Bronzeplastik:

Prof. Hubert Wilfan

geb.: 1922 in Feldkirchen (Kärnten)
gest.: 1997 in Wien

Österreichischer Bildhauer

1983 Ehrenmedaille der Stadt Wien
1992 Ehrenmedaille der Österreichisch-Norwegischen Gesellschaft für seine Bemühung um die kulturellen Beziehungen zwischen den beiden Ländern
1992 "Goldener Lorbeer" des Wiener Künstlerhauses
2004 Goldenes Ehrenzeichen des Landes Kärnten


Hintergrund

Die Hellerwiese diente über viele Jahrzehnte hinweg als Rastplatz für Lovara (Roma), die sich auf dem Weg in den Süden befanden. 1941 kam jedoch die Gestapo und schickte alle sich dort befindenden 200 Männer, Frauen und Kinder in den Tod.

Als die Tafel von 1999 zerstört wurde, tat der Kulturraum 10 und der Österreichische Volksgruppenbeirat der Roma sowie Mongo Stojka alles dafür, diese Gewalttat nicht unkommentiert stehen zu lassen und ließ eine Bronzeplastik errichten. Zudem wurde der Platz von "Belgradplatz" in "Barankaplatz" umbenannt. Baranka war die Großmutter Mongo Stojkas, die wie viele andere auf der Hellerwiese in die Fänge der Nationalsozialisten geriet.