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In der Bundesrepublik Deutschland sind bis heute etwa hundert Gedenkorte für die von den Nationalsozialisten verfolgten und ermordeten Sinti und Roma entstanden. Hinzu kommen weitere Gedenkorte im benachbarten europäischen Ausland, insbesondere an den historische Stätten der ehemaligen Konzentrations- und Vernichtungslager.

Diese Internetpräsentation hat sich zum Ziel gesetzt, einen ersten systematischen Überblick über die bislang realisierten Gedenkorte zu vermitteln. In den letzten Jahren wurden dafür vom Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma umfassende Recherchen durchgeführt.

Die öffentliche Präsentation der Gedenkorte im Internet versteht sich auch als ein Beitrag zur Rezeptionsgeschichte des nationalsozialistischen Völkermords an den Sinti und Roma, der nach 1945 Jahrzehnte lang aus dem kollektiven Bewusstsein verdrängt wurde. Gerade anhand der Entstehung unterschiedlichster Erinnerungszeichen für die verfolgten und ermordeten Sinti und Roma lässt sich aufzeigen, wie grundlegend die Bürgerrechtsarbeit den Diskurs über die Minderheit – und damit die bundesdeutsche Gedenkkultur insgesamt – veränderte.

Zugleich soll die Präsentation insbesondere Schüler und Jugendliche motivieren, sich intensiver mit der Geschichte der Sinti und Roma im persönlichen Umfeld auseinander zu setzen und die vorhandenen Informationen durch Ergebnisse eigener Recherchen zu ergänzen. Diese Internetpräsentation versteht sich daher als „offenes Projekt“, das in Zukunft insbesondere durch die Kooperation mit Jugendlichen und jungen Erwachsenen weiter wachsen soll.

Gedenkorte können gerade für Jugendliche den Ausgangspunkt für die weitere Spurensuche bilden und bieten konkrete Anknüpfungspunkte an eine Vielzahl pädagogischer Projekte, die ihrerseits vom Dokumentationszentrum und den Landesverbänden der Sinti und Roma begleitet werden sollen. Nicht zuletzt kann der von der Datenbank ausgehende Impuls auch ein Anstoß sein, andernorts Erinnerungszeichen zu initiieren.